INTERVIEWS

INTERVIEWS 2018-05-06T21:12:03+00:00

Interview mit Alisia

Wie sind Sie darauf gekommen Menschen zu heilen?

Es ist nicht so, dass ich an einem verregneten Sonntag die Blitzerleuchtung hatte, die mir sagte, ich solle Jesus nachspielen. Das was zwischen mir und anderen Menschen passiert war immer da. Es mag mit meiner Sicht der Dinge zu tun haben.
Außerdem gründet mein „Verschönerungsdrang“ auch auf einem egoistischen Wunsch: Ich wollte natürliche, fröhliche, authentische, gesunde Menschen in meinem Umfeld haben, weil ich gerne Spaß habe und Neues ausprobieren möchte.
Eine Korrektur, die mir wichtig ist muss hier angebracht werden: Ich heile gar nichts. Wenn ein System (Körper, Verstand, Gefühl, Bewusstsein) wieder in seiner Natürlichkeit existieren kann, dann passt es sich automatisch einer gesunden Einstellung an.

Das klingt sehr einfach und plausibel. Ist es denn in der heutigen Zeit möglich ein intaktes und natürliches „System “ zu haben?

Ja eben, das ist eher erschwert durch Prägungen, die sich dann als Saboteure erweisen. Man kann sie dennoch „deinstallieren“, und Schritt für Schritt zum Ziel kommen.

Wie kamen sie auf den Begriff „mind and body-administrator“ als Berufsbezeichnung?

Da kam ein pfiffiger Zeitgenosse drauf, nachdem ich ihm meine Arbeit erklärt hatte. Ein Begriff wie „Heiler“ klingt für mich sehr pathetisch und schürt überzogene Erwartungen. Außerdem beraubt es den Klienten einer ganz wichtigen Kraft, seiner Selbstverantwortung und läßt den Heiler wichtig erscheinen.
Ich habe so etwas schon erlebt, und es liegt meiner Natur fern. Da das „System“ sehr logisch erscheint, und sich mit allen Begriffen aus der Welt des Computers erklären lässt, was liegt da näher als diese Bezeichnung?

Ich habe gehört Sie arbeiten auch mit Tieren?

Stimmt, System ist System. Allerdings ist der Tierhalter von besonderer Wirksamkeit für das Befinden des Tieres.
Er gehört vorrangig in die Arbeit einbezogen.

Haben Sie eine Methode entwickelt?

Ja, sie hat sich über die vielen Jahre selbst entwickelt. Und ganz wichtig: Jeder Mensch ist anders. Eine 08/15 Methode würde ich niemand antun .Jede Sitzung, jeder Wirkshop ist einzigartig.
Aber!!! Ich habe keine neue Methode erfunden, über die ich unbedingt ein Buch schreiben muss. Auch habe ich nicht DEN Heilstein der Weisen, den ich an einem fröhlichen Wochenende einer Schar Jodeldiplomsammler weitergeben wollte.

Wie kann ich mir eine Sitzung oder einen Wirkshop vorstellen?

Eine Einzelsitzung könnte ich so beschreiben: Während Sie noch ihr Anliegen oder ein Problem erklären, zeigt Ihr System bereits die Wurzel des „Übels“und die dazu gehörenden unliebsamen Fakten in ihrer Chronik. (z.B. Traumata) Diese verlieren ihre Bedeutung/Wirkung u.a. durch eine korrekte Benennung und daraus resultierenden Erkenntnissen.
Und wem das viel zu verkopft klingt: es gibt eine wortlose und heilsame Kommunikation, und diese geschieht hier auch. Zudem erhalten sie wertvolle Tipps oder Tools, die Sie im Alltag sehr leicht anwenden können.

Warum oder mit welchen Problemen kommen die Klienten zu Ihnen?

Mit allem nur Denkbaren, was verbessert, verändert, geklärt werden soll oder einfach zum Auftanken, Durchatmen, oder wie manche es schon nennen: zur Systemwartung.

Sie halten Ihre Wirkshops auch für Gruppen , bzw. geben Ihr Wissen weiter?

Die Teilnehmer für diese Veranstaltungen sind mir alle aus ‚Einzelwirkshops‘ bekannt. Daher weiß ich, dass ein sorgsamer Umgang und eine achtsame Anwendung der Seminarinhalte gewährleistet sind, und ich kann im Wirkshop individueller auf jeden Teilnehmer eingehen.

Gibt es Themen, die Ihnen besonders am Herzen liegen?

Ganz klar gibt’s eins: Kommunikation!
Kommunikation mit sich selbst, mit anderen Menschen, auch mit der Welt in der man lebt. Und dabei reduziere ich Kommunikation nicht etwa auf Sprache.
Auch durch Körpersprache und Mimik kommunizieren wir. Sie entstehen auch durch Gedanken und Gefühle. Prägungen und die eigene Wahrnehmung bilden hierfür die Grundlage. Und aus ihr resultieren unsere Reaktionen und die eigene Ausstrahlung.
Einfach gesagt: Wir können noch so wortgewandt parlieren oder das herzlichste Lächeln aufsetzen, die eigene Grundstimmung ist hinter der Maske unsichtbar, aber immer dabei. Masken tragen zu Stress bei.

Das sucht man sich als Mensch sicher nicht so aus !?

Um bei der Computersprache zu bleiben, da ist schon einiges vorinstalliert in uns. Alles was zum Erhalt der Existenz und zum Überleben vererbt wurde. Den Rest erledigen Erziehung und Umfeld. Einiges macht man sich auch selbst .

Sie gestalten Räume und malen Bilder. Wie passt das mit der Arbeit im „System“ zusammen?

Die Befindlichkeit, das Wohlergehen , das Gesundsein, die Leistungsfähigkeit sind stark stimmungsabhängig. Wenn sie sich z.B. schon im Wartezimmer Ihres Arztes wohl fühlen, sind sie auf das Bevorstehende gelassener eingestellt.
Wenn Ihr Schlafzimmer auf Ihr eigenes Wohlfühlbedürfnis abgestimmt ist, hat es eine gesunde Wirkung auf die nächtliche Erholung und den darauf folgenden Tag. Wenn Ihre Räume über die passende Ausstrahlung verfügen, ist der erwünschte Erfolg schon viel näher.
In Räumen geht es nicht nur um die perfekte Dekoration und Ausstattung; jeder Platz in einem Raum hat seine Besonderheiten, und auch die gilt es heraus zu finden. Manche Menschen begeben sich bevorzugt auf sehr ungesunde Plätze im Raum, andere machen instinktiv alles ‚richtig‘.
Es ist zudem sehr interessant, über die eigene Auswahl von Möbelmaterialien und Formen, Farben, Anordnungen etc. zu reflektieren und darüber sehr viel über sich zu erfahren.
Ein kleines Beispiel zur Erklärung: Eine Ernährungsberaterin beklagte sich über mangelnde Wertschätzung seitens der Klienten, Ausnutzung von Zeit, die Klienten lassen sie nicht zu Wort kommen, schlechte Zahlungsmoral.In ihrem Beratungszimmer herrschte eine gemütliche Wohnzimmerstimmung mit weichen Farben und einem ovalen Holztisch.
Auch ich konnte in diesem Raum eher eine Plauderatmosphäre erkennen. Eine kompetente und professionelle Beratungsleistung war auch für mich dort schlecht vorstellbar.
Nachdem erkannt wurde welche innere Prägung zu dieser Einrichtung des Beratungszimmers geführt hatte, konnte sie sich für eine Neugestaltung entscheiden, die am selben Tag noch erfolgte. Das Problem der mangelnden Wertschätzung war sie umgehend losgeworden.

Warum Imageberatung?

Nur ein Satz dazu: Der Gesamteindruck eines Menschen beeinflusst das Verhalten von anderen Menschen.

Vielen Dank Frau Sager, für das aufschlussreiche Gespräch!

Interview Magazin Auszeit über Pferde

Die Basis des Umgangs ist Respekt
Spätestens seitdem der sympathischste Pferdeflüsterer aller Zeiten über Kinoleinwände und TV-Bildschirme flimmerte, gilt diese besondere Art der Kommunikation zwischen Mensch und Tier nicht mehr nur als Teil der Geschichten unserer Vorfahren oder als esoterisch gefärbte Spinnerei.

Auch jeder, der seinen Alltag mit einem tierischen Gefährten teilt, ob Katze, Hund oder eben auch Pferd, schwört darauf, dass da mehr ist, als nur der antrainierte Reflex. Da gäbe es noch etwas ganz Besonderes, Tiefes. Wir haben nachgefragt bei Alisia Sager, Trainerin nicht nur für Querdenker, sondern auch für Tiere.

Das Tier ist auch nur ein Mensch, oder?

(lacht) Das Tier ist „natürlich“ ein Tier. Es gibt klare Regeln in der Natur und kein Pferd käme auf die Idee, Nachkommen antiautoritär zu erziehen. Hier beginnt der Unterschied zu uns. Tiere, die engen Kontakt zu uns haben, entwickeln sicher neue Strategien und Erfolgsmuster, sodass man sehr leicht versucht ist, ihnen menschliches Denken zu unterstellen.

Wenn du dich beim Coaching auf die ganz besondere Kommunikation mit dem Tier einlässt, musst du dann nicht oft erst mit dem Tierhalter anfangen Denksperren zu lösen, Horizonte zu erweitern?

Dies passiert unweigerlich und ich erlebe immer Aha-Effekte bei den Menschen. Denn wir Menschen haben unbewusste Muster, die uns in Triggersituationen aggressiv werden lassen oder uns schwächen, uns auf ganz verschiedene Weise unangemessen reagieren lassen.

Für ein sensibles Pferd wirkt sich unser Emotionsgewitter selbstverständlich verwirrend aus und so kann es schnell geschehen, dass weder Ross noch Reiter „die Welt verstehen“.

Nun mögen manche sagen, ein Pferd kann so etwas nicht empfangen, aber ich gehe davon aus, dass ein Pferdeliebhaber sich dieser Tatsache sehr wohl bewusst ist. Ich erinnere mich gerne an eine Situation zurück, in der sehr schnell eine gute Klärung zustande kam.

Es ging um ein gelangweiltes Pferd, das einfach machte was ihm gefiel. Seine junge Halterin war sehr im Studiumsstress, sie wusste auch nicht, ob der eingeschlagene Berufsweg wirklich zu ihr passte, traute sich aber nicht diesen Gedanken Raum zu geben.

Und wenn sie bei ihrem Pferd war, wurde sie nur noch mehr frustriert, da ihr der Spass und die Freude am Ausritt fehlten. Im Gespräch zur Klärung dieser Stresssituation und zu den Wurzeln des Problems wurde das Pferd munterer und aufmerksamer. Es interessierte sich plötzlich für die junge Frau, denn deren Absichtslosigkeit war gelöst worden. Am Ende des Tages waren beide ein Team.

Pferde reagieren sogar auf unsere Gedanken und können diese  abspeichern. Nicht immer müssen die Probleme des Pferdes konsequent nur mit dem Reiter oder dem Halter verbunden sein, denn auch alte Traumata, das Verhalten eines Vorbesitzers oder unerkannte körperliche Prozesse, sowie die Positionierung im Stall spielen dabei eine Rolle.

Pferde sind auch in anderer Hinsicht etwas Besonderes. Sie können über weite Distanzen, und ich behaupte auch über Zeit und Raum hinweg kommunizieren, sind in der Lage sich gegenseitig zu helfen und Verbindungen untereinander aufrecht zu halten. Sie werden deshalb immer mehr für die Energiearbeit oder Coachings mit hochsensiblen Menschen oder für Therapien eingesetzt.

Was waren deine ermutigendsten und was die entmutigendsten Erfahrungen mit den Tierhaltern?

Von entmutigenden Erfahrungen kann ich nicht berichten. Ein wenig schwierig könnte im Lösen von Problemen die Komplexizität unserer inneren Welten und deren Auswirkungen sein, die wir Menschen nicht gerne wahrhaben wollen.

Durch Stress, Lärm und Massenmedien, permanente Ablenkung und Umweltgifte haben wir schon sehr viel unserer natürlichen Fähigkeiten eingebüsst, oder es fehlt manchmal auch die Energie, um eine Klarheit aufrecht zu erhalten. So kann es geschehen, dass man seinem Tier eine Rolle gibt, die es überhaupt nicht ausfüllen kann. Tiere helfen gerne, manchmal überraschend anders, als unser Verstand denkt.

Die gute Nachricht ist: Das Interesse an unseren natürlichen Kräften erfährt nun wieder einen Aufschwung, und das besonders bei Jugendlichen.

Unterstütze ich sie bei der Korrektur der Blickrichtung, haben sie in kurzer Zeit einen Zugang zum Tier, der über den Verstand hinaus geht und das Tier sehr erleichtert und erfreut. Gerade Pferde und Menschen haben die längste Beziehung miteinander, ohne die unsere Geschichte eine ganz andere wäre. In dieser Hinsicht kommt dem Pferd eine ganz besondere Rolle zu, und das wird auch so bleiben.

Robert Redford in allen Ehren, sind die Frauen nicht eigentlich die besseren Pferdeflüsterer?

Eine Bindung und Beziehung zu einem hochsensiblen, des Fühlens fähigen Wesen kann sehr viele über Jahrhunderte entstandenen Schädigungen heilen, uns aufrichten und stärken. Und Frauen sind nun mal bewusster in der Emotion. Sie suchen daher instinktiv nach Lösungen und finden gerade bei Pferden einen wichtigen Teil davon.

Wie würdest du deine ganz persönliche Arbeit mit den Tieren, speziell den Pferden einschätzen?

Ich habe schon als Kind mit Tieren zusammen gelebt, und die Basis des Umgangs würde ich zunächst Respekt nennen. Das beinhaltet auch, die Würde und das Wesentliche des Tieres zu spüren, seinen Raum zu respektieren und sich ihm in einer inneren Ruhe zu nähern. Wichtig ist es natürlich auch seine eigene Würde auszustrahlen, seinen Raum zu kennen und gegenwärtig zu sein.

Tiere scheinen zu erkennen zu wem sie kommen können, wenn sie Hilfe brauchen.

Wenn es etwas Besonderes an meiner Vorgehensweise gibt, dann ist es die universelle Kommunikationsform, die egolos mit der Natur und dem Lebendigen verbunden ist.

Was lernen wir eigentlich über uns, oder auch für uns, wenn wir uns dieser Art des Umgangs mit den Tieren etwas mehr öffnen?

Wir verlernen aufzuschieben, denn Tiere sind klar, spontan im Hier und im Moment. Wir verlernen, lange in Gedanken oder mit dem Gegenüber zu diskutieren und erlangen den Zugang zu Intuition und Bauchgefühl.

Wir erfahren uns jetzt, denn jeder Moment wird mit allen Sinnen erfasst. Wir erfahren Sanftheit, Authentizität und die Manifestation des Subtilen und Seelischen. Wir erleben die Kraft der Absicht.

Interview in der Zeitschrift „Auszeit“ Ausgabe 4.2015 S. 118 mit
Alisia Sager,
Sie hat über 15 Jahre Erfahrung im Privat- und Berufscoaching:
www.sager-mental-consult.com
Bilder: © byrdyak – Fotolia.com, Alisia Sager